Informationen zur Reaktivierung der Primstalbahn

Nun doch keine Bahnstreckenreaktivierung zwischen Limbach und Wadern?

September 2021

Das MWAEV in Saarbrücken macht einerseits Hoffnung auf die Reaktivierung der Primstalbahn auch bis Wadern, auf der anderen Seite möchte das gleiche Ministerium die Strecke zwischen Limbach und Büschfeld mit einem Radweg überbauen.

Im Amstblatt der Stadt Wadern wird auf die Planfeststellung für den Radweg hingewiesen.

Zumindest muss man das endgültige Gutachten zur Reaktivierung abwarten, welches sehr wahrscheinlich Mitte 2023 vorliegen kann.

Wer nun glaubt, dass ein vorhandener neu gebauter Radweg für eine Bahnstreckenreaktivierung wieder zurückgebaut würde, der gibt sich einer Illusion hin, denn wenn man wirklich eine Reaktivierung im Auge hätte, dann würden auch Alternative Routen für den Radweg gesucht werden.

Die Plattform Mobilität wird weiterhin Worte und Taten miteinander vergleichen, denn hier wird anscheinend mit gespaltener Zunge geredet.

Radwege und Fußwege sind wichtig, ebenso aber Reaktivierungen von Bahnstrecken, damit ein ökologischer Mobilitätsverbund entstehen kann.

Bekanntmachung

Planfeststellung gemäß § 72 ff. Saarländisches Verwaltungsverfahrensgesetz (SVwVfG) in Verbindung mit § 39 Saarländisches Straßengesetz (SaarlStrG) für den Neubau eines straßenbegleitenden Rad- und Gehweges im Zuge der L II.O 333 ab dem Netzknoten NK 6507 037 bei Straßen km 2+984 in Limbach bis zum nördlichen Ortsrand von Büschfeld mit einer Gesamtlänge von rd. 2,9 km auf der bestehenden, stillgelegten Bahntrasse sowie für die Ausführung der landschaftspflegerischen Vermeidungs-, Minderungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in den Gemarkungen Limbach der Gemeinde Schmelz des Landkreises Saarlouis und Büschfeld der Gemeinde Wadern des Landkreises Merzig-Wadern. Das Saarland, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, dieses vertreten durch den Landesbetrieb für Straßenbau, Peter-Neuber-Allee 1, 66538 Neunkirchen

ÖDP Saar und Grüne Schmelz kritisieren die Radwegpläne zwischen Limbach und Büschfeld.

ÖDP gegen Vernichtung der Primstalbahn

Groß: Radweg muss abseits der Bahntrasse entstehen

(Schmelz/Saarbrücken, 07.09.2021) Die ÖDP Saar lehnt die Pläne der Landesregierung, den alten Streckenverlauf der Primstalbahn mit einem Radweg zu überbauen, entschieden ab.

Philipp-Noah Groß (ÖDP) kritisiert offensichtliche Verstöße gegen die bestehenden Verkehrspläne des Landes: „Im Verkehrsentwicklungsplan für den ÖPNV ist ausdrücklich die Option einer Verlängerung der Primstalbahn ins Waderner Stadtgebiet festgehalten. Zwischen Limbach und Büschfeld ist das nur auf der alten Bahntrasse machbar. Daher würde eine Überbauung einer Verlängerung nach Wadern zwangsläufig im Weg stehen und sie praktisch auf Dauer verhindern. Verkehrsministerin Rehlinger begeht damit eine Verhinderungsplanung und koppelt ausgerechnet ihre Heimatstadt vom Bahnverkehr ab. Das schadet nicht zuletzt der touristischen Attraktivität der Region."

Grüne Schmelz: Verlässlichkeit von Beschlüssen der Landesregierung kleiner als zwei Monate:

Mit großer Verwunderung haben wir aus dem Amtlichen Bekanntmachungsblatt vom 3. September von der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Geh- und Radweg zwischen Limbach und Büschfeld erfahren.

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt unverständlich. Hier hätte mindestens das Ergebnis der Machbarkeitsstudie für die Reaktivierung der Primstalbahn nach Wadern unbedingt abgewartet werden müssen. Es ist völlig unverständlich, wenn zunächst durch die Landesregierung Reaktivierungen beschlossen, dann aber mit dem Überbau von 3 km Bahnstrecke Teile des Wirtschaftsministeriums genau das Gegenteil unternehmen.  Dies gilt um so mehr, da die den VEP ÖPNV betreffenden Passagen im Feststellungsentwurf von Mängeln behaftet sind.


Plattform Mobilität begrüßt die Forderung der GRÜNEN

Wadern Grü­ne wol­len Bahn­ver­bin­dung bis Wa­dern

Stadt­rat Wa­dern dis­ku­tiert in sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag über ei­ne mög­li­che Ver­län­ge­rung der Prim­stal­stre­cke ab Lim­bach.

Von Mar­git Stark WA­DERN |

Die Stadt Wa­dern soll­te den Wil­len zur Re­ak­ti­vie­rung der Prim­stal­stre­cke be­kun­den, lau­tet ei­ne For­de­rung der Frak­ti­on der Grü­nen im Wa­der­ner Stadt­rat. Um ih­rem Vor­stoß Nach­druck zu ver­lei­hen, hat der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­chef Vol­ker Mor­be be­an­tragt, dass die Wie­der­be­le­bung der Bahn­stre­cken von Schmelz nach Wa­dern und von Mer­zig nach Los­heim auf der Ta­ges­ord­nung für die Sit­zung des Wa­der­ner Stadt­ra­tes an die­sem Don­ners­tag, 29. Ok­to­ber, um 18.30 Uhr in der Her­bert-Klein-Hal­le ge­setzt wird.

Die An­bin­dung von Wa­dern an das öf­fent­li­che Nah­ver­kehrs­netz ist nach sei­ner An­sicht al­les an­de­re als gut. Die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Wa­dern soll­ten die Chan­ce nicht ver­säu­men, an der Dis­kus­si­on über die Re­ak­ti­vie­rung von Schie­nen­stre­cken für ei­nen um­welt­freund­li­chen Bahn­ver­kehr zu be­tei­li­gen – ein The­ma, das auf Bun­des- wie auf Lan­des­ebe­ne wie­der auf­ge­flammt sei.

Den Wa­der­nern in die Kar­ten spie­len könn­ten die Kos­ten-Nut­zen-Ana­ly­sen, die das saar­län­di­sche Mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft, Ar­beit, En­er­gie und Ver­kehr im Zu­ge des Ver­kehrs­ent­wick­lungs­pla­nes ÖPNV Saar­land in Auf­trag ge­ge­ben hat. Die Über­prü­fung von mög­li­chen Stre­cken­re­ak­ti­vie­run­gen ha­be er­ge­ben, dass die Prim­stal­stre­cke von Dil­lin­gen nach Schmelz mit 3,6 Punk­ten die zur Re­ak­ti­vie­rung wirt­schaft­lich sinn­volls­te Stre­cke im Saar­land sei. „Die­se Stre­cke führt in ei­ner Ver­län­ge­rung bis Büsch­feld und letzt­end­lich bis nach Wa­dern mit ei­nem Stre­cke­n­ast nach Le­bach“, sagt Mor­be.

Zu­dem sei man bei der Über­prü­fung zu dem Schluss ge­kom­men, „dass selbst mit ei­ner Stre­cken­ver­län­ge­rung von Schmelz nach Wa­dern die Ge­samt­stre­cke mit 1,2 Punk­ten noch ei­ne po­si­ti­ve Be­wer­tung hin­sicht­lich Rea­li­sier­bar­keit hat“.

Nach An­sicht der Grü­nen spricht die Kos­ten-Nut­zen-Rech­nung da­für, die Re­ak­ti­vie­rung der ge­nann­ten Stre­cke zu­min­dest bis nach Büsch­feld vor­an zu trei­ben. Der­zeit be­fas­se sich die Ge­mein­de Schmelz mit ei­ner mög­li­chen Stre­cken­re­ak­ti­vie­rung bis in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich. „Die­se Ge­le­gen­heit soll­te nun auch die Stadt Wa­dern nut­zen, und sich für ei­ne Re­ak­ti­vie­rung bis Wa­dern-Büsch­feld als at­trak­ti­ve und kli­ma­freund­li­che An­bin­dung der Stadt an die Saar­schie­ne und den über­re­gio­na­len Ver­kehr aus­spre­chen“, sagt er.

Ein Zug be­nö­ti­ge bis Dil­lin­gen rund 30 Mi­nu­ten, bis Le­bach 20 Mi­nu­ten. „Das wä­ren deut­lich kür­ze­re Fahr­zei­ten, als die öf­fent­li­chen Bus­se der­zeit be­nö­ti­gen.“ Zu­dem sei für die Mit­ar­bei­ter der Dil­lin­ger Hüt­te, der Ford­wer­ke Saar­lou­is und an­de­rer Un­ter­neh­men an der Saar ei­ne di­rek­te An­bin­dung an ih­ren Ar­beits­platz ga­ran­tiert. „Vom Bahn­hof Dil­lin­gen be­ste­hen An­schlüs­se an die Haupt­stre­cken der Re­gio­nal­zü­ge nach Saar­brü­cken und Trier.“ Und noch et­was hat für Mor­be Charme: „Ei­ne be­reits an­ge­dach­te di­rek­te An­bin­dung von Dil­lin­gen ins fran­zö­si­sche Bou­zon­vil­le wür­de ei­ne at­trak­ti­ve Zug­ver­bin­dung von Wa­dern bis nach Frank­reich und Lu­xem­burg her­stel­len.“ Pro­fi­tie­ren wür­den auch Ge­wer­be­be­trie­be, die an der Zug­stre­cke lä­gen. Sie hät­ten die Mög­lich­keit, ei­nen Groß­teil ih­res Gü­ter­ver­kehrs auf die Schie­ne zu ver­la­gern – et­wa die Fir­ma Saar­gum­mi. Ei­ne in­tak­te Schie­nen­stre­cke kön­ne auch die An­sied­lung neu­er Un­ter­neh­men be­güns­ti­gen. Das land­schaft­lich an­spre­chen­de Prim­s­tal braucht laut Mor­be ei­ne bes­se­re tou­ris­ti­sche Er­schlie­ßung. „Ei­ne Bahn­an­bin­dung wä­re oh­ne Zwei­fel hilf­reich, für Wan­der-und Fahr­rad­tou­ris­ten wür­de ein Be­such un­se­rer Ge­gend an At­trak­ti­vi­tät ge­win­nen“, sagt er. Auch die Fort­füh­rung des Rad­we­ge­aus­baus von Lim­bach nach Wa­dern wird auf Bit­ten der Grü­nen-Frak­ti­on The­ma.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/merzig-wadern/wadern/fraktion-der-gruenen-wadern-fuer-reaktivierung-der-bahnverbindung_aid-54301899