Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten

Ortsmitten haben das Potenzial, Begegnungsorte in den Quartieren und Gemeinden zu sein und so als Ausgangspunkte einer gelebten Gemeinschaft den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Attraktive und lebendige Ortskerne sind ein entscheidender Standortfaktor im Ländlichen Raum und peripheren Ortsteilen, den es zeitgemäß weiterzuentwickeln gilt.

Aber auch Stadtmitten und Stadtkerne sind oft nur Asphalt- und Betonwüsten und dienen meist dem Autoverkehr und Parkplätzen.

Ein Negativbeispiel ist die Stadt Saarlouis, die ihren historischen Paradeplatz zum Parkplatz degradiert hat.

Baumeister Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban würde sich heute "im Grabe umdrehen" könnte er die Verschandelung seines Paradeplatzes in Saarlouis sehen.

Andere Vauban Städte wie Landau oder Freiburg im Breisgau sind da viel weiter und haben ein deutlich besseres Verkehrskonzept für den rollenden Verkehr und die Parkraumbewirtschaftung.

In Baden-Württemberg arbeiten die Bereiche Verkehr und Stadt-/Landschaftsplanung gut zusammen, im Saarland mangelt es noch an Konzeptionen, die einen gesamten Blick auf die Gestaltung der Orts- und Stadtmitten legen.

Auch diese Thematik gehört eigentlich in einen gemeinsamen Verkehrsentwicklungsplan, in Verbindung mit dem Landesentwicklungsplan und den kommunalen Stadt- und Gemeindeplanungen.

Unsere Städte und Gemeinden müssen (nach Corona) wieder Stätten der Begegnung und der Erholung werden, nicht gestört durch Lärm, Abgase und Flächenversiegelung.

Auch die Barrierefreiheit und ein funktionierender ÖPNV sind wichtige Bausteine für eine lebenswerte Stadt und Gemeinde.

Wir müssen unsere Städte und Gemeinden wieder menschlich gestalten.

Für die Kommunen muss ein Beteiligungsprozess organsiert werden.

Dieser umfasst z.B.:

  • Einen Ortsmitten-Check  (Stärken-Schwächen-Analyse)
  • Spezifisch auf die Gegebenheiten vor Ort angepasste Beteiligungsbausteine
  • Unterstützung bei der Durchführung der Beteiligungsbausteine (z.B. Moderation und inhaltliche Inputs)
  • Unterstützung bei der Akquise der Teilnehmenden für die Beteiligungsbausteine sowie bei der Presse- und  Medienarbeit zur Maßnahme vor Ort

Nach Abschluss des Beteiligungsprozesses erhalten die Kommunen einen grafisch aufbereiteten Abschlussbericht.

Inhalt wird u.a. sein:

  • Ergebnisse des Ortsmitten-Checks (Stärken-Schwächen-Analyse)
  • Geeignete Visualisierungsformen (z.B. Vorher-Nachher-Darstellungen)
  • Dokumentation der Beteiligungsbausteine
  • Kommunales Planungsleitbild für eine barrierefreie Gestaltung einer lebenswerten Ortsmitte mit konkreten Handlungsempfehlungen und priorisierten Maßnahmenvorschlägen

Die saarländischen Umwelt- und Verkehrsverbände (darunter auch Fuß e.V. und Plattform Mobilität) unterstützen die Gemeinden und Städte gerne mit Ideen oder Checks, wie z.B. Checks zum Fußverkehr, ÖPNV oder Parkraumbewirtschaftung.

Eine Beteiligung der Bürger ist ein wichtiger Baustein für die Umgestaltung unserer Städte und Gemeinden.

Letzendlich müssen Planungsbüros, städtische, sowie kommunale Einrichtungen zusammenarbeiten und die Ergebnisse umsetzen.

Die Landespolitik muss einen grundlegenden Rahmen definieren und Standards festlegen.

https://www.fuss-ev.de/?view=article&id=788:falschparker-aktives-land-mauernde-staedte&catid=83