Der ÖPNV darf nicht am Bürger und Fahrgast vorbeifahren

Klar die neuen Expressbusse müssen einen direkten Weg fahren, die neuen Plusbusse (R-Busse) müssen eine schnelle Route nutzen aber regionale und lokale Busse müssen die Wohnquartiere erschließen, ebenso die Industrie- und Gewerbegebiete.

Der beste Verkehrsentwicklungsplan oder eine gut gemeinte Tarifreform bringen nichts, wenn ich die Fahrgastpotentiale nicht erschließe.

Nehmen wir als Beispiel den Ortsteil Besch der Gemeinde Perl.

Hier fahren Busse im Luxemburg Verkehr, die im saarländischen Binnenverkehr nicht genutzt werden dürfen und regionale und lokale Busse, die lokale Linie (263) nur sporadisch im Schülerverkehr.

Die Linie 260 fährt nun sehr direkt durch den Orsteil Besch und an den meisten Wohnlagen vorbei, der alte Ortskern von Besch, dort wo auch der Bahnhaltepunkt liegt, wird gar nicht ins Liniennetz einbezogen. (Außer im Schülerverkehr).

Wer aber am Bürger vorbeifährt, der darf sich nicht wundern, dass der ÖPNV im Saarland keine breite Akzeptanz findet.

Der ÖPNV muss untereinander und mit dem SPNV (Schienenpersonennahverkehr) verknüpft sein und dort wo es Umsteigerelationen gibt, müssen die Anschlüsse sicher gewährleistet sein.

Der Gemeindebereich von Perl umfasst fünf Waben, hier ist der SaarVV mit seinem Wabensystem an Kleinteiligkeit unschlagbar und nicht zu toppen.
Hier hat man es in Bezug auf die Tarifreform versäumt das Wabensystem zu vereinfachen und zu verschlanken, damit auch auf kürzeren Strecken die Tarifreform Wirkung zeigen kann.

Der VEP 2030 Saarland kann nur funktionieren wenn alle Bereiche miteinander verknüpft sind und nahtlos ineinander greifen.

Es darf aber nicht allein den lokalen und regionalen Lokalfürsten überlassen bleiben, wie der ÖPNV an der Basis ausgestaltet werden soll.
Hier muss die Landesregierung Rahmen vorgeben und endlich auch den ÖPNV als Daseinsfürsorge leben und anmahnen.