Der ÖPNV darf nicht am Bürger und Fahrgast vorbeifahren

Ab 1. März wird ein nächster Schritt im VEP Saarland umgesetzt, die Plus-Busse und die Express-Busse.

Immer wieder wird behauptet, der ÖPNV im Saarland sei besser als sein Ruf, dies stimmt aber nur auf einigen Hauptverkehrslinien.
Am Beispiel der Kerngemeinde Schwalbach wird deutlich, dass es immer noch ÖPNV freie Räume gibt.
Der Orsteil "Griesborn" und das Neubaugebiet "In Knausters" sind völlig ohne regelmäßigen ÖPNV Anschluß.
Bis auf den Schülerverkehr und zwei (2) Verbindungen zur frühen Morgenstunde ist Griesborn nicht mit dem restlichen ÖPNV oder den Bahnhöfen Bous oder Saarlouis verbunden.
Ohne das Auto geht hier leider gar Nichts.
Teilweise sind die Bewohner von "Griesborn" und "In Knausters" einen Kilometer von der nächsten Bushaltestelle entfernt.
Auch mit dem Rad zur Bushaltestelle funktioniert nicht, denn es gibt an der Haltestelle (Schackmann) in Schwalbach keine sichere Radabstellanlage aber für Parkplätze in der Nähe ist ausreichend gesorgt.
Hier wird einigen tausend Einwohnern der Zugang zum ÖPNV verwehrt und dies in einem Verdichtungsraum, nicht weit von der Kreisstadt Saarlouis und der Mittelstadt Völklingen entfernt.
Aber auch eine Verbindung des Orteiles Elm zur Kerngemeinde Schwalbach ist umständlich, langwierig und mit Umwegen verbunden.
Der Nahverkehrsplan des Landkreises Saarlouis muss dringend angepasst werden, alle Einwohner müssen die Möglichkeit haben den ÖPNV zu nutzen.
Auch im Orsteil Hülzweiler von Schwalbach gibt es Wohngebiete (Zum Felsacker) die sehr weit von der nächsten Bushaltestelle entfernt sind.
Die Plattform Mobilität fordert an zentralen Bushaltestellen in einer Gemeinde (Ortsteil) eine sichere Fahrradabstellung zu ermöglichen.
"Griesborn und " In Knausters" zeigen nur einen Bruchteil der Defizite auf, vielen Wohn- und Gewerbegebieten fehlt immer noch ein ÖPNV Anschluß.

Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden

Klar die neuen Expressbusse müssen einen direkten Weg fahren, die neuen Plusbusse (R-Busse) müssen eine schnelle Route nutzen aber regionale und lokale Busse müssen die Wohnquartiere erschließen, ebenso die Industrie- und Gewerbegebiete.

Der beste Verkehrsentwicklungsplan oder eine gut gemeinte Tarifreform bringen nichts, wenn ich die Fahrgastpotentiale nicht erschließe.

Nehmen wir als Beispiel den Ortsteil Besch der Gemeinde Perl.

Hier fahren Busse im Luxemburg Verkehr, die im saarländischen Binnenverkehr nicht genutzt werden dürfen und regionale und lokale Busse, die lokale Linie (263) nur sporadisch im Schülerverkehr.

Die Linie 260 fährt nun sehr direkt durch den Orsteil Besch und an den meisten Wohnlagen vorbei, der alte Ortskern von Besch, dort wo auch der Bahnhaltepunkt liegt, wird gar nicht ins Liniennetz einbezogen. (Außer im Schülerverkehr).

Wer aber am Bürger vorbeifährt, der darf sich nicht wundern, dass der ÖPNV im Saarland keine breite Akzeptanz findet.

Der ÖPNV muss untereinander und mit dem SPNV (Schienenpersonennahverkehr) verknüpft sein und dort wo es Umsteigerelationen gibt, müssen die Anschlüsse sicher gewährleistet sein.

Der Gemeindebereich von Perl umfasst fünf Waben, hier ist der SaarVV mit seinem Wabensystem an Kleinteiligkeit unschlagbar und nicht zu toppen.
Hier hat man es in Bezug auf die Tarifreform versäumt das Wabensystem zu vereinfachen und zu verschlanken, damit auch auf kürzeren Strecken die Tarifreform Wirkung zeigen kann.

Der VEP 2030 Saarland kann nur funktionieren wenn alle Bereiche miteinander verknüpft sind und nahtlos ineinander greifen.

Es darf aber nicht allein den lokalen und regionalen Lokalfürsten überlassen bleiben, wie der ÖPNV an der Basis ausgestaltet werden soll.
Hier muss die Landesregierung Rahmen vorgeben und endlich auch den ÖPNV als Daseinsfürsorge leben und anmahnen.